Thüringen

Eine weitere Lost Places Tour stand auf dem Wochenendprogramm. Diesmal ging es nach Thüringen. Daniel hat wieder eine Tour zusammen gestellt. Das Wetter ist schön, die Sommerferien sind noch nicht zu Ende, was getan werden musste ist getan. So kann es entspannt los gehen. Um dem Wochenendtourismus - sowohl auf den Straßen, wie auch in den Locations - zu entgehen haben wir uns entschlossen am Donnerstag und Freitag unsere Tour zu machen. Diesmal sind wir wieder zu dritt. Simon ist auch dabei. Die Fahrt verläuft erwartungsgemäß zügig und ohne Zwischenfälle. Wir sind früh los gefahren und Simon nützt die Zeit auf dem Rücksitz um etwas Schlaf nachzuholen und so die Fahrt abzukürzen. Daniel macht wie immer meinen Co-Piloten. Gegen 11 Uhr kommen wir an unserem ersten Zeil an. Ein Parkplatz war schnell gefunden und durch den Wald konnten wir schon den Umriss erkennen, auf einer Anhöhe lag es, das Hotel Schwarzeck.

Wieder einmal verflog die Zeit und bevor wir uns auf den Weg zu unserem zweiten Ziel machen konnten, mussten wir was Essen. Direkt auf dem Weg haben wir kurzerhand beschlossen an einem Imbiss zu halten. Ich glaub es war zwischenzeitlich 35 Grad warm und wir Drei hatten lange Hosen an - eben Sommer, richtig Sommer. Nach der kurzen Rast ging es gestärkt  von Pizza, Kebap und Cola (sehr gesund;-)) weiter, die Klimaanlage im Auto drehte sich schneller als der Motor und so kamen wir schnell wieder auf Normaltemperatur herunter und auch am zweiten Ziel an.

Die Sophienheilstätte, ein riesiges Bauwerk - mitten im Wald. Unsere Ansprüche waren dementsprechend hoch. Als wir jedoch, nach einigem Suchen endlich einen Eingang entdeckten, wurden wir enttäuscht. Die Architektur der Fassade setzt sich leider nicht in den Innenräumen fort, die Gänge und die Zimmer waren sehr nüchtern und zweckmässig renoviert worden. Auch die Leere des Gebäudes bestätigte die Reizlosigkeit, was sich nach kurzer Zeit als „ echt langweilig“  in unseren Gesichtern wieder spiegelte. So hielten wir uns nicht sehr lange auf und früher als geplant kamen wir in unserem Hotel an.
Wir waren müde und dank des sehr intensiven Sommertages auch ver- und durchgeschwitzt. Die Zimmer waren schön und die Duschen eine willkommene Abkühlung. Im Hotel war ein Lokal mit Terrasse, so das wir unter freiem Himmel lecker gegessen haben, was uns noch müder machte. Da wir Morgen wieder richtig loslegen wollten, sind wir früh auf unsere Zimmer gegangen und ich, für meinen Teil, auch früh schlafen. Nach einer erholsamen Nacht - ich habe geschlafen wie ein Stein - trafen wir uns um 8 Uhr zum Frühstück. Gut gestärkt und voller Tatendrang - bei bestem Wetter sind wir gegen 9 Uhr  weiter gezogen.
 
Das Katholische Krankenhaus St. Johann war unser erstes Ziel an diesem bedeckten und gewittrig ausehenden Freitag Morgen. Die Location liegt mitten in der Stadt. So waren wir gespannt ob und wie wir in die Gebäude können. Als wir nach kurzer Fahrt angekommen waren war das Wetter so wie der Himmel es uns schon angedeutet hat - es regnete und die Sonne hat sich hinter dicken Wolken versteckt. Wir suchten einen Weg auf das Gelände. Der Krankenhaus Komplex besteht aus mehreren Gebäuden. Begehen konnten wir leider nur zwei davon. ( näheres weiter unten ) Ein relativ neuer Bau, mit der Architektur der 70/80er, allerdings mit noch vielen Utensilien. Allerdings auch mit Vandalismus, eingetretene Scheiben und Baumüll ohne Ende. An einer Scheibe zog sich Daniel einen ca. 3 cm langen Schnitt am Ellenbogen zu. Natürlich blutete es wie verrückt und natürlich hatten wir kein Pflaster dabei. So haben wir nach geeignetem Verbandmaterial gesucht und wurden auch fündig. Papierhandtücher und zur Fixierung ein Meter Kabel. Es war nicht schön, aber es half. Wir wechselten das Gebäude und somit auch den Baustil. Das ursprüngliche Krankenhaus - das Originalgebäude, dieses inzwischen fast vollends Entkernt ist. Ein wirklich spannender und interessanter Lost Place, diesem eine belebte Zukunft bevorsteht. Als wir eines der Gebäude verlassen wollten, sind wir dem Bauherrn quasi in die Arme gelaufen. Auf die Frage, „was wir hier machen“, folgte unsere Antwort „Fotos“ - hierauf kam der bestimmende, aber dennoch freundliche Hinweis des Bauherrn, dass „wir das nicht dürfen und wir sofort das Gelände verlassen sollen“. Wir einigten uns drauf, noch unter dem Dach stehen bleiben zu dürfen, da es in der Zwischenzeit nicht mehr regnete, es schüttete wie aus Eimern. Kurze Zeit später ließ der Regen nach und wir sind - versprochen ist versprochen - gegangen.