Grand Hotel II


November 2013
 
Wir fahren noch einmal zum Grand Hotel. Der erste Besuch war zu kurz für all die Eindrücke hier.  Diesmal möchten wir die ganze Ortschaft ansehen, so buchen wir uns ein Zimmer in einem alten stilvollen Hotel direkt im Ortskern.
Der Ort ist fantastisch und anfangs richtig unheimlich. Ein großer Teil der Hotels, Geschäfte und Gaststätten steht leer. Überall findet man Hinweise „zu verkaufen“, „zu verpachten“. Es ist unheimlich in der Dämmerung zu gehen. Da gibt es Gebäude mit 100 Fenstern und 7 Stockwerken - und nur in einem Fenster, auf einem Stockwerk - brennt Licht. Da wohnt jemand. Ohne Zweifel, da ist Licht. Das ist sehr sehr seltsam.....
Wir suchen irgendeine Gaststätte oder ein Kaffeehaus das geöffnet hat. Nach einer Zeit finden wir auch einen Prachtbau, ein Hotel mit Kaffee bzw. Bistro. So können wir uns aufwärmen, schließlich ist es November und wer hätte es gedacht, selbst das Wetter ist November. Kalt, feucht, nebelig - November eben.
Die Dämmerung bricht schnell herein, es ist schon dunkel, als wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft machen. Der Wasserfall inmitten der Ortschaft ist jetzt noch besser zu hören. Das tosende Geräusch der Wassermassen beherrscht jeden Winkel wo wir uns aufhalten.
Es sind so wenige Menschen unterwegs, dass jede Begegnung sehr freundlich ist. Als ob alle glücklich sind mal jemanden zu treffen. Eine ältere Dame die hier einmal wohnte hat uns auch gleich über die prunkvolle Zeit der Ortschaft berichtet, das war sehr interessant.
Auf einem in die Jahre gekommenen „lost place Infostand“ erfahren wir das es eine App zu der Geschichte des Ortes gibt. Natürlich haben wir uns diese gleich installiert und sind am nächsten Tag, nach ausgiebigem Frühstück mit unseren Smartphones ganz aufgeregt von einem intersanten Punkt zum Anderen gegangen. Natürlich musste es heute regnen - was die Tour - aufgrund durchschlagender Nässe -verkürzt hat. Schade aber was nicht geht geht nicht.
Das Grand Hotel selbst steht wie beim ersten Besuch mächtig trotzend am Berg, ein riesiger Gebäudekomplex der leider verfällt und verfällt...... ein trauriger Anblick. Im Inneren ist es nicht besser, die Zeit zeigt deutlich was Verfall bedeutet. Faszinierend, dass es immer noch so gut wie kein Vandalismus gibt. Eine gut geschützte Location! Ein wunderbarer Ort.
Was ich nicht bergreife ist, dass wir es tatsächlich fertig gebracht haben den Ausgang nicht mehr zu finden. Soviel Treppen, Ebenen, Zimmer und Flure. Da half auch die Tatsache nicht, dass wir uns so sicher waren, „hier sind wir hochgekommen“, „hier muss die Treppe sein“.

Es war keine Treppe da...

So viel zum Thema - sich sicher sein! Natürlich sind wir - nach einer gefühlten- kleinen Ewigkeit dann doch zu Punkten gekommen die uns vertraut waren und uns zum Ausgang an die frische Luft und Tageslicht geführt haben.

Hier die Bilder: